Lauf rund um die Medina von Marrakesch

Mir gefällt Marrakesch (und dort besonders das Riad Enija). Und zu einer Städtereise gehört auch auch immer ein Stadtlauf. Die Medina von Marrakesch wird in weiten Teilen von der historischen, teilweise renovierten Stadtmauer umgeben. Ein Lauf um die Medina herum drängt sich geradezu auf.

Ich beginne auf der Djema el Fna, dem Gauklerplatz, und folge der breiten Avenue Mohammed V gegen Westen. Nach etwa 1.5 km treffe ich auf die Stadtmauer und folge ihr gegen Norden, zum Bab Doukkala-Tor. Am Busbahnhof herrscht bereits Hochbetrieb, und ich hüpfe wie bei einem Geländelauf zwischen Schlaglöchern, Menschen, Mofas, Eseln und Verkaufsständen hin und her. Ich folge dem Boulevard 11 Janvier und renne durch einen kleinen Markt. Lange folge ich nun der Route des Remparts weiter nach Südosten. Ich folge der Friedhofsmauer bei Bab Ghmat und komme am Palais Royal vorbei. Durch die Kasbah und über die Rue de Bab Agnaou komme ich nach 11.5 km zurück zur Djema el Fan (Runkeeper-Protokoll).

Die Laufstrecke ist etwas ungewöhnlich, und es ist sicher von Vorteil, wenn man vorher schon mal etwas Souk-Luft geschnuppert hat. Man überholt ja nicht jeden Tag Mofas und Eselkarren, man springt ja nicht jeden Tag über streunende Hunde, es ist zwischendurch mal etwas eng zwischen vielen Menschen, und etwas staubig ist es stellenweise auch. Da und dort wird man mit einem „Allez, champion!“ spontan angefeuert. Manchmal riecht es kurz nach thé à la menthe, manchmal raucht es vom Merguez-Würsten auf dem offenen Feuer, und da und dort stinkt es auch kurz und heftig. Und lange Zeit hat man das schneebedeckte Atlas-Gebirge vor Augen. Mit diesem Lauf erhält man einen spannenden Einblick in das Alltagsleben von Marrakesch – besser als mit jeder Stadtführung!

Datensicherung in der Wolke, Teil 2

Mehr als ein Jahr lang habe ich meine Daten mit Mozy gesichert. Der Service selbst ist immer besser geworden: Die Restore-Zeiten wurden massiv verkürzt, und mit der Mozy iPhone App konnte ich alle meine Daten aus der Cloud-Sicherung auch auf das iPhone laden. Zwei Dinge jedoch störten das gute Bild:

  • Der Preis stieg von ursprünglich 5$ pro Monat (für 175 GB) auf 24$ (für 250GB)
  • Die Mozy Client Software hat immer wieder kurze Lastspitzen verursacht, welche das Arbeiten auf dem iMac mühsam machten.

Mozy ist zweifelsohne ein sehr gutes Produkt (was nicht erstaunt, gehört es doch zum EMC-Imperium). Aber ich wollte lieber weniger Service und dafür auch weniger bezahlen. Eine kurze Rundschau führte mich schliesslich zu Backblaze. Das Unternehmen hat mit Standardkomponenten eine eigene, auf Datensicherung spezialisierte Speicherlösung gebaut. Daten zu sichern bedeutet viele Schreiboperationen, aber (hoffentlich) wenige Leseoperationen, also ziemlich das Gegenteil dessen, was Speicherlösungen normalerweise tun. Die Storage Pod Architektur ist open source, und wer will, kann sie nachbauen.

Backblaze sichert einen PC oder Mac mit beliebiger Datenmenge für 5$ im Monat. Die Erstsicherung dauerte erwartungsgemäss etwa 10 Tage (25 GB pro Tag). Seither sichert Backblaze meine Daten, ohne mein System merklich zu belasten. Um meine Datensicherung zusätzlich zu schützen, habe ich die Option „private-key Verschlüsselung“ gewählt:

Verschlüsselungstechniken sind für mich böhmische Dörfer. Die technischen Erklärungen von Backblaze sind jedoch einigermassen nachvollziehbar und geben mir den Eindruck, dass jemand schon einen unvernünftig hohen Aufwand leisten müsste, um an meine doch recht trivialen Daten zu kommen.

Bülach – Oerlikon

Drei Entscheide hat der November gebracht:

  1. Wir werden 2012 wieder am Gigathlon mitmachen (Team of Five „Charley Horses“)
  2. Ich mache diesmal die Laufstrecken
  3. Ich nehme am Zürichmarathon teil.

Ich habe verschiedene Trainingsansätze verglichen und überlegt, wie ich mich auf meinen ersten Marathon und gleichzeitig auf die beiden Gigathlon-Läufe vorbereiten kann. Schliesslich hat mich der Trainingsplan von Runkeeper überzeugt. Er beruht auf der Überlegung, dass man Trainingsläufe über drei Stunden vermeidet, weil dann die Verletzungsgefahr rapide ansteigt, während der Trainingsnutzen nachlässt. Der Plan empfiehlt deshalb, am Wochenende zwei Läufe zu machen, einen kürzeren von 6-10km und am Folgetag einen längeren von 20-30km. Ich habe den Eindruck, dass ich so beim Marathontraining nebenbei auch die Robustheit entwickle, um am Gigathlon gleich zwei aufeinanderfolgende Läufe (24km/750Hm und 29km/390Hm) zu überstehen.

Aber funktioniert das? Halten meine Gelenke, Muskeln und Sehnen das aus? Ein Test muss das zeigen. Nach einem ruhigen Lauf von 9km am Sonntag nahm ich deshalb am Montagmittag den Zug von Oerlikon nach Bülach. Der Glatt entlang zurück nach Oerlikon sollten es etwa 20km sein. Am Spital Bülach und an der Sportanlage Hirsen vorbei erreiche ich die Glatt. Das trübe Wetter, Algen und Schaum auf der Glatt sowie alte Industriebauten links und rechts lassen die Laufstrecke zunächst eher unfreundlich wirken. Das ändert sich aber rasch – nicht nur, weil das Wetter besser wird.

In Niederglatt treffe ich auf die erste von drei gedeckten Holzbrücken, in Oberglatt auf die zweite. Eine lange gerade Strecke führt mich dem Flughafen entlang nach Süden (unter den startenden A340 ziehe ich unwillkürlich den Kopf ein). Kurz vor Glattbrugg schliesslich sehe ich die dritte Holzbrücke. Der Abschnitt bis zum Leutschenbach ist wieder deutlich weniger attraktiv; er führt so oft unter Brücken hindurch, dass man sich in einem Tunnel wähnt. Auf der Hagenholz- und Binzmühlestrasse erreiche ich nach 21km und zwei Stunden meinen Arbeitsplatz an der Birchstrasse (wäre ich in Bülach gleich beim Bahnhof statt beim Wanderwegweiser losgerannt, wäre es genau ein Halbmarathon geworden).

Mein Fazit: Das Rezept scheint zu funktionieren; ich kann nach einem kürzeren Lauf gleich einen langen Lauf machen, und ich fühle mich am Tag darauf absolut wohl. Kein Muskelkater, keine Gelenkschmerzen. So macht das Freude.

Hallwilerseelauf

Nach dem Sihlseelauf, dem Greifenseelauf und dem Pfäffikerseelauf ist der Hallwilerseelauf nun mein vierter Seelauf und mein zweiter Halbmarathon. Ein nebliger Herbsttag mit etwa 10° bietet mir fast optimale Bedingungen (etwas Sonne hätte ich mir schon gewünscht, wegen den Fotos…). Das Startgelände in Beinwil ist sehr eng und etwas chaotisch; alle Läufer müssen sich auf ihren Parcours von der Startnummernausgabe im Löwensaal zum Garderobenzelt und zum Sammelplatz in der Häsigasse mindestens dreimal durch die enge Unterführung schlängeln. Es lohnt sich, dafür genügend Zeit einzurechnen. Das Chaos wäre sicherlich massiv geringer, wenn die Startnummern wie bei anderen Läufen per Post zugestellt würden.

Ich starte im Block G um 13:54. Auf den ersten 2 Kilometern laufen wir auf der Hauptstrasse abwärts, dann zweigen wir ab nach Aesch und laufen bald auf einer Schotterstrasse nach Meisterschwanden (GPX-Track). Ich fühle mich sehr gut und laufe meinen Schnitt von 5:15 problemlos. Den Abschnitt vom Meisterschwanden gegen Seengen kenne ich bereits von Seminaren im Hotel Seerose, bei denen wir jeweils am Morgen einen kurzen Ausnüchterungslauf machten. Beim Schloss Hallwil höre ich ein lautes „Hopp Roman“ – meine Schwägerin samt Mutter und Tochter haben den Weg von Wädenswil nach Hallwil gemacht, nur um mich anzufeuern!

Gerührt und beflügelt von ihrem Zuruf, mich auch am Ziel zu empfangen, lege ich die letzten 7 Kilometer in weiterhin konstantem Tempo zurück und erreiche das Ziel schliesslich nach 1:50.55. Nach 1:56.11 am Greifenseelauf (der etwas weniger einfach und flach war) bin ich sehr glücklich mit meiner Zeit.

Ziegelbrücke – Rossweidhöchi – Pfäffikon

Der Altweibersommer hält an, im Flachland hält sich der Hochnebel bis gegen Mittag – ein idealer Tag für eine Biketour. Ich fahre von Ziegelbrücke ins Niederurner Tal. Bis zum Morgenholz (ja, so heisst das tatsächlich) folge ich der schmalen Teerstrasse auf der Sonnenseite des Tals. Sie steigt stetig an, und man kommt zügig vorwärts. Nach dem Gasthaus Hirzli ist es fertig mit dem Teer. Das Strässchen zieht recht direkt gegen die Rossweidhöchi. Einige kurze Stellen sind etwas ruppig, aber alles ist gut fahrbar.

Von der Rossweidhöchi geht es steil, sumpfig und steinig hinunter zur Alp Gross Feldrederten. Das habe ich technisch nicht drauf, und ich schiebe und trage mein Bike hinunter. Dann aber führt eine genussvolle und verkehrsfreie Abfahrt auf einem guten Strässchen bis hinunter zum Gasthaus Kapelle bei Port. Über eine Kuhweide gelangt man schliesslich zur Brücke über die Wägitaler Aa. Im Restaurant Flüebödeli (wenig lohnend) mache ich Mittagsrast.

Der weitere Aufstieg über Rosswis und Tuggner Hüttli bis unters Rinderweidhorn macht mir schwer zu schaffen; die Beine sind nun sehr schwer, und es ist zudem warm und windstill. Leicht absteigend erreiche ich die Satteleggstrasse und mit einer kurzen Gegensteigung die Sattelegg. Bis hierher bin ich der Panorama Bike Route gefolgt. Für die Heimfahrt verzichte ich auf weitere Schikanen und folge der Hautpstrasse über Willerzell und Schindellegi nach Pfäffikon.

Länge: 54km. Höhendifferenz: 1800m. Zeitbedarf: 4-5 Stunden. GPX Track.

Pfäffikerseelauf

Das schöne Herbstwetter hält an und verspricht fast ideale, vielleicht etwas zu warme Bedingungen für den Pfäffikerseelauf (GPX-Track). Mit 12.3 Kilometern und nur einer kleinen Steigung beim Ruetschberg müsste er ein äusserst populärer Lauf sein. Dass nur rund 1100 Teilnehmer die volle Distanz machen, überrascht mich. Erstaunlich finde ich auch, dass man einen solchen Anlass noch ohne individuelle Zeitmessung mit Chip durchführt; selbst der Sihlseelauf mit weniger als 300 Teilnehmern setzt ja bereits Chips ein.

Nun gut. Ich habe mir die Ranglisten des letzten Jahres angesehen und mich deshalb am Start etwa n der Mitte des Feldes platziert. Vom Startschuss an brauche ich etwa 12 Sekunden, bis ich die Startlinie kreuze, und auf den ersten zwei Kilometern bin ich vor allem damit beschäftigt, die langsameren Läufer vor mir zu überholen. Nach Auslikon zieht sich das Feld angenehm in die Länge, und ich kann in einer Gruppe von sehr konstanten Läufern eine Pace von knapp unter 5:00 laufen. Die Wärme ist dank eines leichten Windes knapp erträglich. Kurz nach Pfäffikon ernannte mich eine Läuferin des Sihltaler Sportclubs zu ihren Pacemaker. Sie hielt den richtigen Abstand ein, so dass es sich eher als gemeinsames Laufen statt als Verfolgtwerden anfühlte.

Im kurzen Aufstieg bei Ruetschberg machte ich ein paar Plätze gut, und trotz etwas schwerer Beine konnte ich danach, vorbei an Juckert Farmart in Seegräben, die Position halten. Ich lief schliesslich mit einer offiziellen Zeit von 1:00.38 (nach meiner Messung, ab Startlinie, 1:00.26) im Ziel ein. Das bedeutet Rang 82 von 187 in meiner Kategorie, und Rang 389 von 773 klassierten Männern.

Landschaftlich hat mir der Pfäffikerseelauf viel besser gefallen als der Greifenseelauf. Man läuft durch Moorwiesen und feuchte Birkenwälder, man sieht den See fast immer, und man läuft kaum je auf Strassen. Die Organisation und Betreuung durch den LVZO war professionell und familiär gleichzeitig. Und das Start/Ziel-Gelände bei Mercedes war geräumig und praktisch; es gab z.B. fliessendes Wasser bei den Toitoi. So macht das Freude.

Greifenseelauf

Der Wetterbericht versprach bewölktes, recht warmes und gegen Abend regnerisches Wetter für meinen ersten Halbmarathon, den Greifenseelauf (GPX-Track). Feuchtwarm war es tatsächlich, geregnet hat es aber glücklicherweise nicht. Ich habe bei der Anmeldung eine Laufzeit von knapp unter zwei Stunden angegeben, und weil zwei Stunden so eine magische Grenze sind beim Halbmarathon, lande ich in der riesigen Gruppe von Läuferinnen und Läufern, welche um 15:49 starten. Auf den ersten Kilometern nach Greifensee und Schwerzenbach drängeln sich die Läufer Fuss an Fuss. Es fällt mir schwer, mein Wunschtempo von 5:30 pro Kilometer zu laufen.

Bei Fällanden zieht sich das Feld in die Länge, und mein Laufrhythmus wird konstanter. Wie immer am Anfang eines Laufs spüre ich hier ein Ziehen und dort ein Zerren, befürchte ich Muskelkrämpfe und Kniebeschwerden – ich bin überzeugt, dass ich es nicht schaffen werde. Erst nach der halben Strecke, bei Maur, werde ich wirklich zuversichtlich. Die Beine werden zwar etwas schwerer, der Schritt etwas langsamer, aber insgesamt kann ich meine Wunschpace recht gut beibehalten.

Verpflegungsposten gibt es viele beim Greifenseelauf, etwa alle 3 Kilometer, aber erst etwa bei Kilometer 15 gibt es neben dem Rivella Marathon auch mal einen Stück Banane (für mich etwas zu spät; bei einem nächsten Mal werde ich einen Riegel oder Gel einpacken). Bei Riedikon macht der Lauf einen etwas unlogischen Abstecher in Richtung Niederuster und zurück. Aber immerhin sieht man so die anderen Läufer auch einmal von vorne.

Endspurt in Uster

Nach dem leichten Anstieg bei Kirchuster kann ich das Tempo auf dem letzten Kilometer noch etwas steigern, und ich laufe schliesslich mit einer Zeit von 1:56.11 im Ziel ein. Mit 1:57 habe ich gerechnet, 1:55 habe ich mir erhofft. Mit einer Zeit, die ziemlich genau zwischen Plan und Traum liegt, bin ich sehr zufrieden. In der Gesamtrangliste ist das Platz 3360 (von 5386 ), in meiner Kategorie ist es Platz 359 (von 610 ).

Sihlseelauf

Der Sihlseelauf ist ein schon fast familiärer Laufanlass mit rund 500 Teilnehmern. Davon macht etwa die Hälfte die 14.6km lange Rundstrecke (GPX-Track) von Einsiedeln nach Egg, Willerzell und über die Brücke zurück nach Einsiedeln. Ich nahm dieses Jahr zum ersten Mal teil; es ging mir primär um einen Formtest für den Greifenseelauf, an dem ich meinen ersten Halbmarathon laufen möchte.

Das Feld startet schnell, selbst im hintersten Teil läuft man mit einer Pace von etwa 5:20. Das ändert sich rasch, als es bei Blüemenen leicht ansteigt. Von nun an mache ich stetig Plätze gut. Beim Hirzenstein erreicht die Route mit etwa 950m den höchsten Punkt. Recht steil geht es nun hinunter nach Egg (Verpflegungsposten) und auf der Eggerstrasse wieder hinauf zum See. Einige Quellwolken und ein leichter Wind machen die Hitze erträglich. Kurz vor Willerzell findet sich der zweite Verpflegungsposten, und dann geht es über die Brücke – ideal, um nochmals etwas Tempo zu machen. Dem schmalen Seeuferweg entlang, vorbei am dritten Verpflegungsposten, geht es nun wieder bis zur kleinen Staumauer und ins Ziel nach Einsiedeln. Mit 1:17:43 lande ich schliesslich auf Platz 167 von 231.

Der KTV Einsiedeln betreut die Teilnehmer mit vielen Freiwilligen übrigens hervorragend – Danke!

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