iPhoto als Fotoverwalter? Oder nur als Bildbetrachter?

iPhoto bietet dem Mac-Benützer und Fotoamateur eigentlich alles, was er zum Verwalten und Betrachten seiner Digitalfotografien braucht. Ich schliesse meine Digitalkamera an, iPhone startet automatisch, liest die neuen Fotos ein, und voilà, die Diaschau mit dem coolen Ken Burns-Effekt kann beginnen. Und iPhoto macht vieles sehr gut: Ich kann Fotos bewerten und verschlagworten, ich kann Gesichter erkennen, ich kann Bücher drucken und Alben auf Facebook oder Flickr bereitstellen. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind für mich ausreichend; ich muss kaum je auf Photoshop Elements zurückgreifen. Also alles bestens? Nein, mit zwei Eigenschaften von iPhoto habe ich Mühe:

  1. iPhoto importiert meine Fotos in die “Mediathek”, ein Verzeichnisbaum, der im Finder als einzelne Datei dargestellt wird. Es ist nicht leicht, ohne iPhoto auf die Fotos zuzugreifen. Rein technisch ist das zwar selten notwendig, aber es fühlt sich trotzdem als Verlust an Kontrolle an.
  2. Alle Metadaten wie Schlagworte, Wertungen oder Ereignisnamen gehören der iPhoto Mediathek. Ohne iPhoto könnte ich meine Fotos nur noch anhand des Dateidatums und der Exif-Daten identifizieren. Das passt mir nicht; ich will, dass die Metadaten Teil der Datei sind, nicht Teil der Dateiverwaltung.

Glücklicherweise gibt iPhoto auch Kontrollfreaks wie mir etwas Spielraum. Man holt ihn sich, indem man in den iPhoto Einstellungen das Menü “Erweitert” wählt und dort das Häkchen für “Importieren” entfernt:

Von nun an kann man Verzeichnisse mit Fotos in die Mediathek “importieren”, ohne dass die Fotos mitkopiert werden. Die Fotos bleiben also im Verzeichnis, in das man sie manuell abgelegt hat, nur die Vorschaubilder und die Metadaten werden in der Mediathek geführt. Mit dieser Konfiguration kann ich meine Arbeitsabläufe mit iPhoto so gestalten, dass ich die Kontrolle über die Fotos und die Metadaten behalte. Mein Workflow umfasst folgende Schritte:

  1. Ein Verzeichnis für das Ereignis anlegen, z.B. “2011 12 24 Weihnachten”
  2. Die Fotos mit dem Digitale Bilder-Programm (eines der meistunterschätzten OSX Dienstprogramme) in das Verzeichnis importieren
  3. Unscharfe oder schlechte Fotos löschen (dafür verwende ich den Xee Bildbetrachter, aber es geht auch mit der normalen OSX Vorschau)
  4. Die Fotos umbenennen, z.B. “2011 12 24 Weihnachten 001.jpg” und “2011 12 24 Weihnachten 002.jpg” (für das Umbenennen verwende ich A Better Finder Rename).
  5. iPhoto starten und das neue Verzeichnis in die Mediathek importieren; das Ereignis erhält automatisch den Namen “2011 12 24 Weihnachten”.

Mit diesem Ablauf bleiben die wichtigsten Metadaten im Dateinamen und im Verzeichnisnamen vorhanden, und ich habe jederzeit den direkten und freien Zugriff auf meine Fotos. Auf zwei Dinge muss man jedoch achten: Was man in den so erstellten Verzeichnissen ändert, löscht oder hinzufügt, erfährt iPhoto natürlich nicht. Und wenn man in iPhoto ein Foto löscht, löscht man effektiv nur die Vorschau und die iPhoto-Metadaten, nicht jedoch die ursprüngliche Fotodatei. Damit kann ich leben.

Die Gassen von Marrakech

Schöne Gassen gibt es nicht nur in Riomaggiore.

Das Weihnachtsgeschenk

In gut zwei Wochen ist Weihnachten. Die einen haben keine Geschenkideen, die anderen haben keine Wünsche. Da wissen wir Abhilfe: Im Faro-Verlag hat Natalie Henseler soeben die Gipfelgeschichten veröffentlicht. Der prächtig illustrierte Bildband erklärt auf lockere Art die Namen von etwa 70 Gipfeln, darunter viele der Zürcher Hausberge. Zwar ist der Name eines Gipfels in den meisten Fällen “bloss” ein Name, aber allein seine Herkunft und seine Wandlung im Laufe der Zeit ist oft schon spannend genug. Und Natalie Henseler schafft es, mit der Namenserklärung auch Geschichten zur Bedeutung, Entdeckung oder Vermessung der Gipfel zu erzählen.

Warum gehört nun genau dieses Buch unter den Christbaum, warum nicht ein anderes der tausend Bergbücher, die jedes Jahr erscheinen? Weil 8 der 80 Aufnahmen vom Autor dieses Blogs stammen. Wenn das kein Grund ist!

Pariser Impressionen

Blitzen mit dem Gary Fong Lightsphere Diffusor

Seit langem verwende ich den Canon Speedlite 420EX für meine Blitzaufnahmen mit der Canon 40D. Er ist genügend hoch und damit genügend weit vom Objektiv entfernt, um schon beim direkten Blitzen brauchbare Portraits zu liefern (d.h. ohne rote Augen). Der Reflektor ist schwenkbar, so dass ich in Innenräumen oft über die Decke oder die Wand blitze, um Schlagschatten zu vermeiden. Nach wie vor störend ist jedoch der Schattenwurf unter den Augenbrauen, der Nase und dem Kinn.

Mit der Geburt von Tosca, meinem Patenkind, musste ich meine Blitztechnik überdenken. Bei Kleinkindern muss man sanft blitzen. Bei Foto Ganz am Rennweg fand ich schliesslich den Lightsphere Diffusor von Gary Fong. Es handelt sich um einen milchglasfarbigen Plastikhut, den man mit einem Klettband am Blitzreflektor befestigt. Das Resultat spricht für sich:

Beim frontalen Blitzen verhindert der Diffusor die Schlagschatten an der Wand. Beim indirekten Blitzen sorgt er für ein ausgewogenes und fast schattenfreies Licht, das die Tiefe und die Hauttöne natürlich erscheinen lässt. Der Lichtverlust hält sich erstaunlicherweise in Grenzen – alle vier Aufnahmen haben bei ISO 320 eine Blende von 5.0 und 1/60 Sekunde erfordert.

Was die Freude ein bisschen trübt, ist der Preis: Rund 80 Franken für etwas, das ein Freund beim ersten Blick als Joghurtbecher bezeichnet hat, ist schon etwas viel.

Wie gross ist eine Canon 40D Aufnahme?

Meine Canon 40D macht Fotos im Format 2:3, ganz wie die guten alten Kleinbildfilmkameras mit 24x36mm. Die Auflösung beträgt 3888×2592 Pixel. So habe ich mir das immer vorgestellt. Tja, bis der Zufall wollte, dass ich eine Aufnahme im Photoshop Elements offen hatte und gleichzeitig im Finder die Dateiinformationen betrachtete:

Mac OSX Finder:
Finder
Photoshop Elements:
Photoshop

Während Photoshop wie erwartet 3888×2592 Pixel ausweist, beschreibt der Finder die Bildgrösse mit 3892×2586, also 4 Pixel zu breit, aber 6 Pixel zuwenig hoch! Statt 2:3 ist das Seitenverhältnis nun 2:3.01, eine zwar kleine, aber unerklärliche und in ihren Auswirkungen wohl auch unberechenbare Abweichung! Auch die OSX Vorschau, Xee und iPhoto weisen die auf 2:3.01 verzerrte Auflösung aus. Bin ich da auf einen Fehler im OSX gestossen?

Mehrere fruchtlose Google-Abfragen später wurde schliesslich klar: It’s not a bug, it’s a feature. Beide haben recht und unrecht. Die Antwort kam von Phil Harvey, dem Autor vonExifTool. In einer Diskussion im CPAN Forum erklärt Phil:

For CR2 images, you should look at ExifImageWidth and ExifImageHeight if you want to see Canon’s suggested RAW image size of 3888×2592.

I say suggested because the 40D sensor is actually 3944×2622 pixels, so you could in theory have an image as large as this. But of course, some of this area is affected by the black mask, so not all is useable. However, the useable area is certainly somewhat larger than the 3888×2592 images that Canon produces. The Apple raw converter produces 3892×2586 images, and dcraw (which usually produces the largest images) gives 3908×2602 for the 40D.

I realize this is getting a bit more involved than your original question, but I mention this so you can understand that determining the size of a raw image is not as straightforward as one might think.

Photoshop hält sich im Gegensatz zu OSX an die Canon Empfehlung, aber beide wählen einen Ausschnitt, der kleiner ist als das effektiv vom Sensor produzierte Bild. Und ich habe also keinen Fehler gefunden, sondern bloss eine dieser kleinen Unstimmigkeiten und Widerwärtigkeiten, welche das digitale Leben so aufreibend (und spannend) machen.

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