iPhoto als Fotoverwalter? Oder nur als Bildbetrachter?
26. Februar 2012 Hinterlasse einen Kommentar
iPhoto bietet dem Mac-Benützer und Fotoamateur eigentlich alles, was er zum Verwalten und Betrachten seiner Digitalfotografien braucht. Ich schliesse meine Digitalkamera an, iPhone startet automatisch, liest die neuen Fotos ein, und voilà, die Diaschau mit dem coolen Ken Burns-Effekt kann beginnen. Und iPhoto macht vieles sehr gut: Ich kann Fotos bewerten und verschlagworten, ich kann Gesichter erkennen, ich kann Bücher drucken und Alben auf Facebook oder Flickr bereitstellen. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind für mich ausreichend; ich muss kaum je auf Photoshop Elements zurückgreifen. Also alles bestens? Nein, mit zwei Eigenschaften von iPhoto habe ich Mühe:
- iPhoto importiert meine Fotos in die “Mediathek”, ein Verzeichnisbaum, der im Finder als einzelne Datei dargestellt wird. Es ist nicht leicht, ohne iPhoto auf die Fotos zuzugreifen. Rein technisch ist das zwar selten notwendig, aber es fühlt sich trotzdem als Verlust an Kontrolle an.
- Alle Metadaten wie Schlagworte, Wertungen oder Ereignisnamen gehören der iPhoto Mediathek. Ohne iPhoto könnte ich meine Fotos nur noch anhand des Dateidatums und der Exif-Daten identifizieren. Das passt mir nicht; ich will, dass die Metadaten Teil der Datei sind, nicht Teil der Dateiverwaltung.
Glücklicherweise gibt iPhoto auch Kontrollfreaks wie mir etwas Spielraum. Man holt ihn sich, indem man in den iPhoto Einstellungen das Menü “Erweitert” wählt und dort das Häkchen für “Importieren” entfernt:
Von nun an kann man Verzeichnisse mit Fotos in die Mediathek “importieren”, ohne dass die Fotos mitkopiert werden. Die Fotos bleiben also im Verzeichnis, in das man sie manuell abgelegt hat, nur die Vorschaubilder und die Metadaten werden in der Mediathek geführt. Mit dieser Konfiguration kann ich meine Arbeitsabläufe mit iPhoto so gestalten, dass ich die Kontrolle über die Fotos und die Metadaten behalte. Mein Workflow umfasst folgende Schritte:
- Ein Verzeichnis für das Ereignis anlegen, z.B. “2011 12 24 Weihnachten”
- Die Fotos mit dem Digitale Bilder-Programm (eines der meistunterschätzten OSX Dienstprogramme) in das Verzeichnis importieren
- Unscharfe oder schlechte Fotos löschen (dafür verwende ich den Xee Bildbetrachter, aber es geht auch mit der normalen OSX Vorschau)
- Die Fotos umbenennen, z.B. “2011 12 24 Weihnachten 001.jpg” und “2011 12 24 Weihnachten 002.jpg” (für das Umbenennen verwende ich A Better Finder Rename).
- iPhoto starten und das neue Verzeichnis in die Mediathek importieren; das Ereignis erhält automatisch den Namen “2011 12 24 Weihnachten”.
Mit diesem Ablauf bleiben die wichtigsten Metadaten im Dateinamen und im Verzeichnisnamen vorhanden, und ich habe jederzeit den direkten und freien Zugriff auf meine Fotos. Auf zwei Dinge muss man jedoch achten: Was man in den so erstellten Verzeichnissen ändert, löscht oder hinzufügt, erfährt iPhoto natürlich nicht. Und wenn man in iPhoto ein Foto löscht, löscht man effektiv nur die Vorschau und die iPhoto-Metadaten, nicht jedoch die ursprüngliche Fotodatei. Damit kann ich leben.































