Direkter geht nicht: Das 1000er Stägli

Das 1000er Stägli ist ein steiler Bergweg, der von Ruppoldingen in direkter Linie auf den Born führt (Karte). Der Weg diente ursprünglich den Wartungsarbeiten an der Druckleitung des Speicherkraftwerks Ruppoldingen. In en 50er Jahren wurde der Betrieb eingestellt, und die Druckleitung wurde abgebaut. Der Weg begann zu zerfallen. 1986 begann Herbert Scheidegger mit dem Wiederaufbau. Zusammen mit vielen Freiwilligen legte er 1150 Stufen an, und 1987 konnte er die Sanierung der Treppe abschliessen. Seither wird das Stägli von einigen Freiwilligen, die meisten im gesetzten Alter, gepflegt.

Das 1000er Stägli überwindet auf einer Luftlinie von ca. 500m rund 240 Höhenmeter und ist damit fast 50% steil. Es eröffnet am diesjährigen Gigathlon die Laufstrecke vom Sonntag und gilt als das eigentliche Pièce de résistance – Grund genug, um es in einem kurzen Trainingslauf kennen zu lernen. Das Stägli ist so steil, dass ich darauf nicht rennen kann. Mit schnellem Gehen schaffe ich es in 15 Minuten. Die besten Läufer sollen das Stägli in 7 Minuten schaffen. Mein Fazit: Auf dem Stägli verliere ich gegenüber den Besten 8 Minuten, im langen Flachteil danach wird es jedoch über eine Stunde sein. Es hat also keinen Sinn, wenn ich mich auf dem Stägli kaputtlaufe.

Ja, und wer der Arbeitsgruppe 1000er-Stägli einen kleinen Beitrag an den Unterhalt leisten möchte: IBAN CH42 0642 8042 3502 0460 6.

Gigathlon 2012 Laufstrecken im GPX Format

Aufgrund der offiziellen, aber immer noch relativ groben Streckenpläne habe ich Laufstrecken mit SwissMapOnline nachgezeichnet und als GPX-Tracks exportiert.

Nutzung auf eigene Verantwortung.

Benkner Büchel

Der Benkner Büchel ist ein Hügel in der Linthebene. Mit seinem 605 Metern überragt er die Ebene um knapp 200 Meter. Das ist eigentlich kein Trainingsgelände für Bergläufe, aber wenn die Partnerin gleichzeitig ihr Inline Skating Training macht, ist er ein guter Kompromiss. Und ein erlebnis- und aussichtsreicher dazu!

Ich beginne meinen Lauf in Giessen und folge ein kurzes Stück dem Linthkanal aufwärts. Links und rechts quaken die Frösche im Naturschutzgebiet. Auf einer guten Waldstrasse laufe ich durch einen lichten Buchenwald über Auboden und Nesslen hinauf zum Oberwald. Über Kuhweiden erreiche ich einen kleinen Weiler mit teils schmucken Villen und schliesslich den Wallfahrtsort Maria Bildstein.

Ein gutes Dutzend Bildstöcke und kleiner künstlichen Grotten stehen im Wald rund um die Wallfahrtskapelle herum. Nach der Legende soll im Jahr 1519 der Knecht Johann Jud aus Schänis einen Maria-Bildstock auf den Büchel hinaufgebracht haben, wohl um ihn vor den Zwinglianern zu retten. Zum Pilgerort ausgebaut wurde Maria Bildstein im 18. und vor allem 19. Jahrhundert. Für mich als Agnostiker machen die Grotten und Bildstöcke einen skurrilen und kitschigen Eindruck.

Ich folge dem Prozessionsweg hinunter nach Starrberg und laufe auf der Strasse ins Dorf Benken. Auf der Strasse erreiche ich wieder den Villenweiler. Hier zweige ich ins Leisital ab. Auf einer kleinen Anhebung, dem Kastletwäldchen, befindet sich hier die Meinradskapelle, ein gelungenes Beispiel des Historismus und der Geschichtsklitterung des 19. Jahrhunderts. In der Legende des Meinrad von Einsiedeln heisst es, er habe auf seinem Weg vom Bodensee zum Etzel und nach Einsiedeln einige Jahre im Kloster “Babinchova” auf dem Benkner Büchel gelehrt. Für die Existenz dieses Klosters (und dafür, dass es auf dem Benkner Büchel lag) gibt es zwar keine Beweise. Einige kleine archäologische Funde im Kastletwäldchen (Wälle und Münzen) genügten aber der Gesellschaft Maria Bildstein, um den Wallfahrtsort zu erweitern: Am 31. Mai 1909 wird die Meinradskapelle eingeweiht. “Stätte des ehemaligen Benediktinerklosters Ba­binchova (Benken) wo der hl. Meinrad 824–828 als Vorsteher der Schule wirkte” heisst es überzeugend über dem Eingang zur kleinen Kapelle.

Ich folge dem lauschigen Leisital talabwärts und erreiche nach einer letzten steilen Stufe wieder die Linthebene bei Giessen.

Mehr zur Meinradskapelle und zu Maria Bildstein gibt es im lesenswerten Artikel aus Terra Plana 2/2009 von Stefan Paradowski.

Distanz ca. 12km, Höhendifferenz ca. 400m, Laufzeit 1h15 (Wanderzeit 3h). Runkeeper-Protokoll.

Zürichmarathon

Letztes Jahr hatte ich am Zürichmarathon Teamrun erstmals Marathonluft geschnuppert. Und im November hatte ich entschieden, die ganze Marathonstrecke zu laufen. Soviel vorneweg:  Es hat geklappt, in 4:18.25. Und ich bin halbwegs stolz, halbwegs heilfroh, dass ich es geschafft habe. Im Rückblick beschäftigen mich drei Fragen:

  1. Hat mein Trainingsplan funktioniert?
  2. Was passiert mit mir während dem Marathon?
  3. Und kann wirklich jede/r einen Marathon laufen?

Trainingsplan

Mit  dem eigentlichen Marathontraining begann ich anfangs Januar. Mein Runkeeper Trainingsplan hatte vorgesehen, dass ich jede Woche vier Läufe mache und in vier Monaten total 740km laufe. Geschafft habe ich etwa drei Läufe pro Woche und eine Gesamtdistanz von 509km. “The plan was all right, it was reality which created the problem” heisst es in einer alten Projektleiterweisheit. Mal war es das schlechte Wetter, mal familiäre Verpflichtungen, mal ein Kater nach einem fröhlichen Abend, mal war es die Arbeit – aber mehr als drei Läufe pro Woche ging nicht. Schon recht früh nahm ich deshalb meine zeitlichen Ambitionen von 4:00 auf 4:15 zurück und liess das Tempotraining weg. Mitte März lief ich den 30km PreRun 2012 als längste Trainingsstrecke. Dabei wurde mir klar, dass die Kondition stimmt, dass meine Probleme weiter unten, in den Knien und Fussgelenken, liegen. Mein Motor, bestehend aus Herz, Lunge und Muskeln, aber mein Fahrwerk, die Knie- und Fussgelenke, sind wohl eher für Kurzdistanzen gebaut.

Der grosse Tag

Garstiges Aprilwetter war angesagt, durchaus passend zu der leichten, aber hartnäckigen Erkältung, die ich an Ostern eingefangen hatte. Beim Kleiderdept schaute ich ein letztes Mal auf den Niederschlagsradar und bekam den Eindruck, dass die Regenfront Zürich um spätestens 09:00 erreichen müsste. Ich war beeindruckt, wie viele Läufer sich mit kurzen Hosen und ärmellos auf dem Weg zum Start machten, aber ich wollte auf keinen Fall frieren und entschied mich deshalb für lange Hosen, lange Ärmel und ein Regengilet. Ich reihte mich im 4:15-Block ein. Der Start war locker und das Gedränge erträglich. Aber schon im Seefeld begann es zu regnen, es wurde kalt, und der Wind war stellenweise recht heftig.

Eine gute Stunde lang, bis Zollikon, hielt der Regen an. Trotzdem lief es mir recht gut. Das erste Viertel lief ich in 1:02, die Rennhälfte erreichte ich nach 2:05. Der Plan schien aufzugehen. Bei zunehmend sonnigem Wetter machte das Laufen immer mehr Spass. Die Bands am Strassenrand machten Freude, die Verpflegungsposten waren freundlich und aufmerksam. Und der Wendepunkt in Meilen, mit dem Lauf durchs Zelt und den vielen applaudierenden Zuschauern, war ein unglaublich motivierender Moment. Nun wurden die Muskeln langsam etwas härter. Ich hatte Angst davor, mir einen Krampf einzufangen, und versuchte deshalb, mit unterschiedlichen Laufstilen (Knie hochziehen, oder Vorderfusslaufen, oder Beinschütteln) die Muskeln zu lockern. Das ging recht gut, und in Erlenbach war ich mir sicher, den Lauf ohne Krämpfe zu überstehen. Das dritte Viertel hatte ich nach 3:09, und damit war ich immer noch im Plan.

Ja, und dann kam Küsnacht. Da hatte ich die Wand erwartet, den Hammermann, also den Moment, wo die leicht abrufbaren Kohlenhydratvorräte aufgebraucht sind. Er kam nicht. Dafür kam schlagartig ein Schmerzgefühl im rechten Knie (und etwas leichter im linken Knie) auf. Ich kenne mich mit den Kniebestandteilen nicht aus, ich kann nur sagen, es war “vorne aussen unten”. Mit kurzen Schritten war der Schmerz noch erträglich, mit langen Schritten aber wurde jeder Schritt, jedes Auftreten zur Qual. Ich musste das Tempo mehr und mehr zurücknehmen. Und bald wurde mir klar, dass ich die 4:15 vergessen musste. Nun ging es nur noch ums Durchkommen. Zollikon, noch 7km. Doch, das muss zu schaffen sein! Tiefenbrunnen, noch 5km (und Motivationsschub durch Jürg und Susanne am Strassenrand). Ich schaffe es! Am Bellevue setzte der Regen wieder ein, und am Bürkliplatz begann der Graupelschauer – die letzten Kilometer waren schmerzhaft und eiskalt. Und dann der Wendepunkt beim Hauptbahnhof, und schliesslich kommt das Ziel in Blicknähe, Zuschauer applaudieren, ich renne auf das Ziel zu, durchfroren euphorisch glücklich und überzeugt, dass noch gar nie irgend ein Mensch etwas so Hartes und Grossartiges vollbracht hat.

Geschafft!

Nur noch humpelnd fand ich zurück ins Kleiderdepot. Mir war elend kalt, und die Kälte brachte ich auch mit trockener und warmer Kleidung nicht aus den Gliedern. Erst zuhause, in der Badewanne, tauten meine Hände wieder richtig auf.

Kann wirklich jede/r einen Marathon laufen?

Einen Marathon zu laufen hat wohl viel damit zu tun, dass man sich selbst zum Training für eine im Grunde unsinnigen Leistung motiviert, und dass man den Lauf selbst und alle Widrigkeiten, die Krämpfe, Knieschmerzen und Graupelschauer, durchsteht. Aber das allein reicht nicht. Ohne die richtige Vorbereitung, das richtige Umfeld und die passende Konstitution geht gar nichts:

  • Zeit für das Training ist wichtig. Ein grosser Teil meines Trainings fiel in die Winterzeit mit kurzen Tagen. Glücklicherweise kann ich mir meine Arbeitszeit recht frei einteilen. So konnte ich oft an einem schönen Tag erst einen langen Lauf machen und erst gegen Mittag mit der Arbeit beginnen.
  • Unterstützung durch Familie und Freunde ist wichtig. Die Menschen um mich herum müssen mir nicht beim Laufen helfen, sie müssen mir nicht die Schuhe binden und mir keine Ernährungstipps geben. Aber es half mir ungemein, dass sie akzeptierten, dass dieser Marathon in den letzten Monaten meinen Alltag stark beeinflusste (oder dominierte, wie einige sagen).
  • Ein belastbarer Körper ist wichtig. Belastbarkeit kann man sich teilweise antrainieren, aber nur innerhalb der Grenzen, die der eigene Körperbau, die Konstitution, überhaupt zulässt. 42 Kilometer flach auf Teer zu rennen belastet den Körper extrem einseitig und bringt die Schwachstellen – bei mir die Kniegelenke – überdeutlich hervor. Halbmarathonstrecken oder belastungsmässig abwechslungsreiche Bergläufe scheinen besser zu meinem Körper zu passen.

Kann also jede/r einigermassen gesunde Mensch einen Marathon laufen? Vermutlich ja. Und lohnt es sich auch, so viel Zeit und Energie in etwas eigentlich Sinnloses zu investieren, das viel mit Kampf und Schmerz und Überwindung zu tun hat? Wenn man das Gefühl von Tränen, Stolz und Rührung mag, das man beim Zieleinlauf während wenigen Sekunden hat, dann ja. Und würde ich es wieder tun? Eher nicht, sagt mein rechtes Knie.

Sziols XKross Sportbrille

Klare Sicht im Sport hiess für mich bisher, entweder die Alltagsbrille zu tragen oder Tageslinsen einzusetzen. Die Alltagsbrille ist zwar bequem, aber bei hellem Licht zuwenig dunkel. Auf dem Bike blicke ich, wenn ich den Körperschwerpunkt nach hinten lege, meistens über den oberen Brillenrand hinweg ins unscharfe Gelände. Und der Schweiss greift mit der Zeit den Rahmen an. Die Tageslinsen wiederum lassen sich mit jeder beliebigen Sportbrille (mit auswechselbaren verschiedenfarbigen Gläsern) kombinieren. Aber auch Linsen haben einen deutliche Nachteil: Ich sehe damit in der Nähe nicht scharf. Auf meinen Hausstrecken spielt das keine grosse Rolle, aber auf Strecken, zu denen ich zuerst mit ÖV hinfahre oder auf denen ich mit der Karte unterwegs bin, muss ich zusätzlich eine Lesebrille für die Nähe mitnehmen.

Zumindest ein Unternehmen hat dieses Problem nun gelöst. Das Münchner Unternehmen Optic Fashion GmbH hat mit Sziols XKross ein modulares Brillensystem entwickelt. Auf einen leichten Rahmen wird zuerst die Korrekturbrille und danach der Filter aufgesetzt.

Die XKross Brille sieht gut aus (finde ich), ist leicht und bequem zu tragen. Ich habe meine Brille bei Scheerer machen lassen und mit mit dem Service zufrieden. Ein Händlerverzeichnis findet sich auf der Sziols Website.

SnowWalkRun Halbmarathon Engelberg

Im Schnee zu rennen schont die Gelenke und macht Spass. Bereits letztes Jahr hatten wir deshalb am SnowWalkRun in Engelberg teilgenommen. Ich hatte mich damals für die Langdistanz (12.5 km) entschieden und sie bei perfekten Bedingungen in 1:22 geschafft. Dieses Jahr habe ich mich für den Halbmarathon angemeldet. Um 09:45 findet vor der Sporthalle Erlen das Aufwärmen statt; dazu wurde (warum, weiss man nicht so genau) die übliche Cervelatprominenz verpflichtet. Das Wetter ist grossartig, mit stahlblauem Himmel und Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt.

Der Halbmarathon startet um 10:15. Die Strecke folgt zuerst der Fahrstrasse in Richtung Gerschnialp. Der Schnee wurde mit Pistenfahrzeugen präpariert, aber im Wald ist er recht pflotschig. Nach dem Aufstieg, den ich halb laufend, halb gehend bewältige, wechseln wir auf etwa 1200m auf die Langlaufpiste – für mich der schönste Teil des Laufs. Beim Café Ritz steht der erste Verpflegungsposten. Danach geht es auf einem Wanderweg recht steil hinunter. Der Weg ist jedoch gut präpariert, mit viel Kies und etwas Sägemehl, und wer sein Tempo einigermassen dosiert, kommt ohne Sturz hinunter ins Eienwäldli (zweiter Verpflegungsposten).

Nun folgen wir wieder der Langlaufloipe über den Golfplatz. In mehreren grossen Schlaufen, meistens leicht steigend, geht es zur Herrenrüti (warum einige Teilnehmer die Schlaufen abkürzen und sich so 1-2km ersparen, bleibt mir unverständlich). Das Laufen im nun schon recht weichen Schnee ist anstrengend und kräftezehrend, und mit der Zeit wird selbst die kleinste 2m-Steigung zur Herausforderung. Und die Temperatur liegt nun sicher schon bei 8 Grad; an der Sonne und ohne Wind fühlt sich das schon viel zu warm an. Auf der Höhe des Restaurant Wasserfall treffe ich auf den letzten Verpflegungsposten, und von nun an geht es zügig leicht abwärts zum Ziel. Ich erreiche es nach 2:21.32, auf Rang 100 von 129 Männern, die den Halbmarathon beendet haben. Ich hatte mit 2:20 gerechnet, ich hatte jedoch nicht mit so anstrengende Bedingungen erwartet, und bin deshalb mit der Zeit ganz zufrieden.

Der SnowWalkRun Engelberg ist ein kleiner und familiärer Anlass (auf den drei Laufdistanzen nahmen insgesamt etwa 300 Läufer teil). Ohne den grossartigen Einsatz der vielen freiwilligen Helfer wäre so etwas wohl kaum möglich. Danke!

Weitere Links: Runkeeper Protokoll. GPX Track. Aeropicture Video (Minute 4:47).

Thalwil – Pfäffikon

Für Trainingsläufe nehme ich oft den Zug, fahre ein paar Station weg und laufe dann von dort aus nach Hause oder ins Büro. Für mein Marathontraining fahre ich deshalb nach Thalwil und renne dem See entlang nach Süden. Die Strecke gliedert sich in mehrere unterschiedlich hübsche Teile:

  • Der erste Teil von Thalwil bis nach Horgen ist eher ungemütlich; man rennt auf dem Trottoir der Seestrasse
  • Ab Horgen jedoch folgt man dem Uferweg, teilweise geteert, teilweise gekiest, mit schöner Sicht auf den See und die Berge
  • Von Wädenswil bis Richterswil folgt man wieder der Seestrasse
  • Von Richterswil bis Bäch führt ein hübscher Fussweg dem See entlang
  • Von Bäch bis nach Freienbach rennt man wieder der Seestrasse entlang; in Freienbach kann man einen schmalen Weg dem Bahntrassee entlang folgen.

Die Ideen für weitere Seeuferwege sind vorhanden, und erfreulicherweise macht der Abschnitt Wädenswil – Richterswil sehr gute Fortschritte!

Für die 22km benötige ich etwas mehr als zwei Stunden (Runkeeper-Protokoll).

Key West Umrundung

Key West ist ein seltsames Stück Amerika. 1982 hat sich die letzte Insel der Florida Keys als unabhängige Republik ausgerufen, den USA den Krieg erklärt und sofort kapituliert. Die rund 25’000 Einwohner von Key West haben nicht nur eine Altstadt mit wunderschönen Holzhäusern, sie haben auch Humor. Dazu gehört auch eine liberale Kultur – das Motto der Stadt ist “One Human Family”, und wenn man nachts durch die Duval Street zieht, sollte man sich nicht wundern, wenn einem vor einer Bar ein junger Mann im knappen Lederslip zuwinkt. Oder wenn das iPhone ein WLAN mit Namen “Gay and Lesbian Net” meldet.

Um die Insel herum zu rennen ist eine geradezu logische Route. Mein Lauf folgt denn auch in weiten Teilen dem Key West Half Marathon. In der Nacht hat es heftig geregnet, und die Strassen sind voller tiefen Pfützen, als ich vor unserem Hotel starte. Am Südufer der Insel renne ich gegen Osten, am Flughafen vorbei. Ich überquere den Overseas Highway und folge nun dem Nordufer der Insel gegen Westen. Nach dem alten Hafen folge ich der Truman Avenue (viele Ampeln) bis zur Duval Street und dieser zurück zum Hotel.

Der Lauf ist flach, meistens auf breiten Trottoirs, und kreuzt (ausser im Abschnitt Truman Avenue) kaum andere Strassen. Etwas zu schaffen machte mir die hohe Luftfeuchtigkeit, daran muss man sich wohl zuerst gewöhnen. Details finden sich im RunKeeper-Protokoll.

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