Sziols XKross Sportbrille

Klare Sicht im Sport hiess für mich bisher, entweder die Alltagsbrille zu tragen oder Tageslinsen einzusetzen. Die Alltagsbrille ist zwar bequem, aber bei hellem Licht zuwenig dunkel. Auf dem Bike blicke ich, wenn ich den Körperschwerpunkt nach hinten lege, meistens über den oberen Brillenrand hinweg ins unscharfe Gelände. Und der Schweiss greift mit der Zeit den Rahmen an. Die Tageslinsen wiederum lassen sich mit jeder beliebigen Sportbrille (mit auswechselbaren verschiedenfarbigen Gläsern) kombinieren. Aber auch Linsen haben einen deutliche Nachteil: Ich sehe damit in der Nähe nicht scharf. Auf meinen Hausstrecken spielt das keine grosse Rolle, aber auf Strecken, zu denen ich zuerst mit ÖV hinfahre oder auf denen ich mit der Karte unterwegs bin, muss ich zusätzlich eine Lesebrille für die Nähe mitnehmen.

Zumindest ein Unternehmen hat dieses Problem nun gelöst. Das Münchner Unternehmen Optic Fashion GmbH hat mit Sziols XKross ein modulares Brillensystem entwickelt. Auf einen leichten Rahmen wird zuerst die Korrekturbrille und danach der Filter aufgesetzt.

Die XKross Brille sieht gut aus (finde ich), ist leicht und bequem zu tragen. Ich habe meine Brille bei Scheerer machen lassen und mit mit dem Service zufrieden. Ein Händlerverzeichnis findet sich auf der Sziols Website.

iPhoto als Fotoverwalter? Oder nur als Bildbetrachter?

iPhoto bietet dem Mac-Benützer und Fotoamateur eigentlich alles, was er zum Verwalten und Betrachten seiner Digitalfotografien braucht. Ich schliesse meine Digitalkamera an, iPhone startet automatisch, liest die neuen Fotos ein, und voilà, die Diaschau mit dem coolen Ken Burns-Effekt kann beginnen. Und iPhoto macht vieles sehr gut: Ich kann Fotos bewerten und verschlagworten, ich kann Gesichter erkennen, ich kann Bücher drucken und Alben auf Facebook oder Flickr bereitstellen. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind für mich ausreichend; ich muss kaum je auf Photoshop Elements zurückgreifen. Also alles bestens? Nein, mit zwei Eigenschaften von iPhoto habe ich Mühe:

  1. iPhoto importiert meine Fotos in die “Mediathek”, ein Verzeichnisbaum, der im Finder als einzelne Datei dargestellt wird. Es ist nicht leicht, ohne iPhoto auf die Fotos zuzugreifen. Rein technisch ist das zwar selten notwendig, aber es fühlt sich trotzdem als Verlust an Kontrolle an.
  2. Alle Metadaten wie Schlagworte, Wertungen oder Ereignisnamen gehören der iPhoto Mediathek. Ohne iPhoto könnte ich meine Fotos nur noch anhand des Dateidatums und der Exif-Daten identifizieren. Das passt mir nicht; ich will, dass die Metadaten Teil der Datei sind, nicht Teil der Dateiverwaltung.

Glücklicherweise gibt iPhoto auch Kontrollfreaks wie mir etwas Spielraum. Man holt ihn sich, indem man in den iPhoto Einstellungen das Menü “Erweitert” wählt und dort das Häkchen für “Importieren” entfernt:

Von nun an kann man Verzeichnisse mit Fotos in die Mediathek “importieren”, ohne dass die Fotos mitkopiert werden. Die Fotos bleiben also im Verzeichnis, in das man sie manuell abgelegt hat, nur die Vorschaubilder und die Metadaten werden in der Mediathek geführt. Mit dieser Konfiguration kann ich meine Arbeitsabläufe mit iPhoto so gestalten, dass ich die Kontrolle über die Fotos und die Metadaten behalte. Mein Workflow umfasst folgende Schritte:

  1. Ein Verzeichnis für das Ereignis anlegen, z.B. “2011 12 24 Weihnachten”
  2. Die Fotos mit dem Digitale Bilder-Programm (eines der meistunterschätzten OSX Dienstprogramme) in das Verzeichnis importieren
  3. Unscharfe oder schlechte Fotos löschen (dafür verwende ich den Xee Bildbetrachter, aber es geht auch mit der normalen OSX Vorschau)
  4. Die Fotos umbenennen, z.B. “2011 12 24 Weihnachten 001.jpg” und “2011 12 24 Weihnachten 002.jpg” (für das Umbenennen verwende ich A Better Finder Rename).
  5. iPhoto starten und das neue Verzeichnis in die Mediathek importieren; das Ereignis erhält automatisch den Namen “2011 12 24 Weihnachten”.

Mit diesem Ablauf bleiben die wichtigsten Metadaten im Dateinamen und im Verzeichnisnamen vorhanden, und ich habe jederzeit den direkten und freien Zugriff auf meine Fotos. Auf zwei Dinge muss man jedoch achten: Was man in den so erstellten Verzeichnissen ändert, löscht oder hinzufügt, erfährt iPhoto natürlich nicht. Und wenn man in iPhoto ein Foto löscht, löscht man effektiv nur die Vorschau und die iPhoto-Metadaten, nicht jedoch die ursprüngliche Fotodatei. Damit kann ich leben.

Apps und Web-Dienste für die Reise

Auf unserer kurzen Florida-Reise waren wir selbst überrascht, wie intensiv wir heute Web-Dienste und iPhone/iPad-Apps für unsere Reiseplanung nutzen, und in welchem Ausmass damit unsere Unabhängigkeit und Selbständigkeit steigt. Einige Dienste und Apps haben uns dabei besonders überzeugt.

WLAN und 3G Verfügbarkeit

Alle Hotels, die wir während unserer Reise benutzt haben, stellen ihren Gästen gratis ein WLAN zur Verfügung. Sie sind nicht immer besonders schnell, und manchmal auch etwas mühsam (so mussten wir uns etwa im Mondrian alle paar Stunden neu am WLAN anmelden), aber immerhin gratis. Auch viele Dienstleistungsbetriebe, etwa der Flughafen Tampa oder die Starbucks Cafés, bieten freies WLAN an. Wir mussten nur selten auf 3G-Dienste zurückgreifen. Wenn wir es tun mussten, war die Abdeckung und Signalstärke stets hervorragend (Provider: AT&T).

Karten und Stadtpläne

Solange man eine WLAN-Verbindung hat, ist Google Maps natürlich die erste Wahl. Die Integration mit der Google-Suche und die Möglichkeit, sich verschiedene Routen (auch Fusswege) anzeigen zu lassen, sind wirklich hilfreich. Schade ist, dass Google Maps auf iOS-Geräten den aktuellen Massstab nicht anzeigt.

Als Offline-Karte nutze ich auf dem iPhone OffMaps 2. Das Kartenmaterial stammt von OpenStreetMaps. Ich lade mir vor der Reise die wichtigsten Stadtpläne auf mein iPhone und kann sie unterwegs ohne Verbindungskosten nutzen. OffMaps 2 ist etwas träge beim Vergrössern und Verkleinern der Karte. Die Positionierung erfolgt schnell und präzise. Die Pläne beinhalten auch georeferenzierte Listen von Restaurants, Hotels, Kinos oder Tankstellen; diese sind aber recht unvollständig.

Ausserhalb der Städte wird es schwierig, da habe ich die ideale Offline-Anwendung noch nicht gefunden. Für grossräumige Übersichten (etwa im Flugzeug) nutze ich den World Atlas HD von National Geographic. Aber qualitativ hochstehende, idealerweise topografische Karten wie etwa Swiss Map Mobile scheint es ausserhalb der Schweiz nicht zu geben.

Hotels und Restaurants

Für die Suche nach Hotels haben wir bisher oft HolidayCheck genutzt. Mit unserer Reise sind wir auf TripAdvisor umgestiegen – aus drei Gründen: TripAdvisor führt nicht nur Angaben zu Hotels, sondern auch zu Restaurants. Die iOS-Apps sind ausgereift. Und das Erfassen einer Hotelkritik geht wesentlich einfacher und schneller als bei HolidayCheck.

Neben TripAdvisor haben wir für die Suche nach guten Restaurants auch Zagat genutzt. Wenn ein Restaurant bei Zagat 23 und mehr Punkte hat, kann man sich auf den Besuch freuen. Und reservieren kann man in den USA sehr oft über OpenTable.

…und weitere Kleinigkeiten

Sonnenauf- und Untergänge sowie Mondstand: Sun n Moon.

Abflug, Ankunft, Flugzeit, Verspätungen: Flight Status.

Umrechnung von Meilen, Gallonen, Unzen usw: The Converter.

Fazit

Die Apps und Web-Dienste haben uns das Reisen sehr einfach gemacht. Man ist heute kaum mehr auf lokale Tourismus-Büros, Stadtführungen oder auf Reisebüros angewiesen, und man kann sehr kurzfristig planen und entscheiden. Diese Unabhängigkeit erkauft man allerdings mit zwei neuen Abhängigkeiten: Steckdosen und Internet-Verbindungen – aber  beides gilt heute ja schon fast als Menschenrecht.

Datensicherung in der Wolke, Teil 2

Mehr als ein Jahr lang habe ich meine Daten mit Mozy gesichert. Der Service selbst ist immer besser geworden: Die Restore-Zeiten wurden massiv verkürzt, und mit der Mozy iPhone App konnte ich alle meine Daten aus der Cloud-Sicherung auch auf das iPhone laden. Zwei Dinge jedoch störten das gute Bild:

  • Der Preis stieg von ursprünglich 5$ pro Monat (für 175 GB) auf 24$ (für 250GB)
  • Die Mozy Client Software hat immer wieder kurze Lastspitzen verursacht, welche das Arbeiten auf dem iMac mühsam machten.

Mozy ist zweifelsohne ein sehr gutes Produkt (was nicht erstaunt, gehört es doch zum EMC-Imperium). Aber ich wollte lieber weniger Service und dafür auch weniger bezahlen. Eine kurze Rundschau führte mich schliesslich zu Backblaze. Das Unternehmen hat mit Standardkomponenten eine eigene, auf Datensicherung spezialisierte Speicherlösung gebaut. Daten zu sichern bedeutet viele Schreiboperationen, aber (hoffentlich) wenige Leseoperationen, also ziemlich das Gegenteil dessen, was Speicherlösungen normalerweise tun. Die Storage Pod Architektur ist open source, und wer will, kann sie nachbauen.

Backblaze sichert einen PC oder Mac mit beliebiger Datenmenge für 5$ im Monat. Die Erstsicherung dauerte erwartungsgemäss etwa 10 Tage (25 GB pro Tag). Seither sichert Backblaze meine Daten, ohne mein System merklich zu belasten. Um meine Datensicherung zusätzlich zu schützen, habe ich die Option “private-key Verschlüsselung” gewählt:

Verschlüsselungstechniken sind für mich böhmische Dörfer. Die technischen Erklärungen von Backblaze sind jedoch einigermassen nachvollziehbar und geben mir den Eindruck, dass jemand schon einen unvernünftig hohen Aufwand leisten müsste, um an meine doch recht trivialen Daten zu kommen.

Laufzeitberechnung mit Geschwindigkeit und Pace

Meine übliche Laufstrecke von Pfäffikon nach Rapperswil und zurück misst knapp 10km, und ich brauche dafür etwas weniger als eine Stunde; ich laufe also mit etwa 10km/h. In Läuferkreisen spricht man jedoch selten von der Geschwindigkeit (Weg pro Zeit), dafür häufig von Pace (Zeit pro Weg). Meine 10km/h entsprechen einer Pace von 6 Minuten pro Kilometer.

Die Faustformel zur Umrechnung zwischen Pace und Geschwindigkeit ist simpel: Man teilt 60 durch Pace und erhält die Geschwindigkeit, oder man teilt 60 durch die Geschwindigkeit und erhält die Pace:

  • Pace = 5 Minuten: 60 / 5 = 12 km/h
  • Geschwindigkeit = 8 km/h: 60 / 8 = 7.5 = 7 Minuten 30 Sekunden

Welche Pace muss ich laufen, um einen Halbmarathon unter 2 Stunden zu absolvieren? Solche Fragen lassen sich mit der Faustformel nicht mehr einfach beantworten. Mit Excel gelingen solche Rechnungen recht einfach. Excel rechnet mit Zeitangaben wie mit normalen Zahlen. Die Zahl 1 entspricht dem 1. Januar 1900. Bruchwerte geben die Zeit an: 0.5 entspricht 12:00:00. Stunden sind Vielfache von 1/24, Minuten sind Vielfache von 1/1440, und Sekunden sind Vielfache von 1/86400:

Meine Excel Tabelle nutzt diese Logik, um aus der Geschwindigkeit die Pace und aus der Pace die Geschwindigkeit zu berechnen, und gibt für eine gewählte Geschwindigkeit oder Pace die Laufzeit für häufige Laufstrecken an (man kann auch eigene Distanzen angeben). Zudem enthält sie zwei Tabellen, welche jeweils häufige Pace- und Geschwindigkeitswerte umrechnen. Meine Formeln rechnen die Geschwindigkeit jeweils zuerst in Kilometer pro Sekunde um. Das ist nicht unbedingt notwendig, macht aber m.E. die Berechnung klar und nachvollziehbar.

Swiss Map online

Seit etwa zwei Jahren sind die Rasterkarten von swisstopo aufgrund des neuen Geoinformationsgesetzes frei zugänglich. Unter map.geo.admin.ch können die aktuellen Karten bis im Massstab 1:25’000 über jeden Browser aufgerufen werden. Der Funktionsumfang ist ansprechend, die Bedienung einfach, und die Antwortzeiten sind erfreulich kurz. Das ist erfreulich für uns Wanderer, Bergsteiger, Läufer und Biker. Weniger erfreulich war es wohl für swisstopo, denn die Einnahmen aus dem Verkauf der Swiss Map 25 Rasterkarten auf DVD gehen nun wohl massiv zurück. Warum soll ich für die insgesamt 8 DVDs mit allen Karten 1:25’000 gegen 2000 Franken bezahlen, wenn ich die gleichen Karten online und aktuell gratis nutzen kann?

swisstopo hat auf diese Veränderung erstaunlich rasch und überraschend positiv reagiert. Das neue Swiss Map online ist von der Software-Architektur und vom Preismodell her vollständig neu:

  • Das Basisprodukt kostet nur noch 49 Franken und gibt für ein Jahr vollen Zugriff auf alle swisstopo Karten im Web
  • Die Verlängerung für ein weiteres Jahr kostet 29 Franken
  • Die Kartendaten sind somit immer aktuell
  • Gegenüber der öffentlichen Gratisversion erhält man zusätzliche Funktionen wie Zeichnen, Höhenprofile, Import/Export von GPX, Download von Tracks auf GPS Empfänger

Zugegeben, nicht jeder Kartenbenützer braucht die diese Zusatzfunktionen. Wer aber häufig mit einem GPS in die Landschaft geht, und wer Touren am Computer plant, erhält mit Swiss Map online ein preisgünstiges und mächtiges Werkzeug. Auf meinem iMac ist die Anwendung rasch installiert und rasch geladen.

Swiss Map online Screenshot

Mein einziger Wermutstropfen: Swiss Map online kann GPX-Dateien im Format 1.1, wie etwa Garmin Connect sie erstellt, nicht lesen. Ich muss im XML-Code die Versionsbezeichnung auf 1.0 ändern, damit Swiss Map online den Track anzeigt. Erstaunlich dabei ist, dass die uralte Swiss Map 25 Software die GPX-Dateien im 1.1 Format problemlos anzeigt. Gemäss Auskunft von swisstopo wird mit dem nächsten Update (2.1.4) auch GPX 1.1 unterstützt

Swiss Map online erscheint für Mac Benützer gerade rechtzeitig. Denn die alte Swiss Map 25 Software läuft auf dem Mac nur, wenn Rosetta installiert ist. Rosetta erlaubt es, Apple PowerPC Programme auf Macs mit Intel-Prozessoren zu starten. Mit OS X 10.7 (Lion) verschwindet Rosetta; Swiss Map 25 kann also auf Lion-Macs nicht mehr geladen werden.

Leider kann swisstopo das günstige Preismodell nicht auf Swiss Map Mobile übertragen. Die Offline-Fähigkeit von Swiss Map Mobile erfordert, dass man die Kartendaten besitzt, und der Preis dafür ist wesentlich höher als für das blosse Ansehen (für alle 25’000er-Karten bezahlt man mit Swiss Map Mobile etwa 680 Franken – immerhin sechsmal weniger als bei den Papierkarten).

Alles neu macht der Mai: Umzug auf einen neuen Mac

Mein alter iMac zeigte mir immer deutlicher seine Leistungsgrenzen. Ende April bestellte ich deshalb im Apple Store einen 27-Zoll iMac als Nachfolger. Meine Bestellung war noch kaum weg, als Apple neue iMac-Modelle ankündigte. Das war nun halt Pech, dachte ich ohne viel Bedauren, man kann Computer bestellen, wann man will, es ist nie der richtige Zeitpunkt, es gibt immer gleich ein nächstes besseres Modell. Recht überraschend erhielt ich dann anfangs Mai Post von Apple: “Apple hat ein neues 27” iMac Modell vorgestellt. Wir freuen uns, dass wir Ihre Bestellung entsprechend ändern und das von Ihnen ursprünglich bestellte Produkt durch ein neues 27” iMac Modell ersetzen können. Für Sie entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Die Konfiguration des neuen Produkts entspricht entweder der Konfiguration des ursprünglich bestellten Produkts oder ist besser als diese.” Dafür dauerte die Lieferung ein paar Tage länger. Am 13. Mai, rechtzeitig zum Wochenende, brachte UPS mein neues Baby nach Hause. Das Auspacken und Einschalten war wie erwartet mustergültig einfach.

Hardware

Am Gehäuse und an den Bedienelementen hat sich nicht viel geändert. Rechts hinten finden sich nun vier statt drei USB Anschlüsse sowie zwei Thunderbolt-Anschlüsse (zu denen es aber noch kaum Endgeräte gibt). Unterhalb des DVD Laufwerks findet sich neu ein SD-Kartenleser. Mit meinem Gerät wurde die schmale Wireless-Tastatur geliefert. Den Zahlenblock vermisse ich nicht; ich kann ihn ohnehin nicht bedienen. Für einige fehlende Tasten muss man nun eine Fn-Tastenkombination lernen. Die Delete-Taste etwa erhält man mit Fn-Backspace.

Migrationsassistent

Für die Übernahme der Anwendungen und Daten nutzte ich den Migrationsassistenten. Ich hätte zwar gerne alle Anwendungen sauber und von Grund auf neu installiert, aber ich scheute den Zeitaufwand und die Schwierigkeiten beim Zusammenführen von Anwendungen mit ihren Daten, etwa bei iTunes oder iPhoto. Ich hatte mich auf dem neuen iMac bereits wieder als “Roman Koch” angemeldet. Das war nicht nach dem Geschmack des Migrationsassistenten; er kann die Anwendungen und Benützerdaten nicht migrieren, wenn der alte und der neue Account gleich heissen und man auf dem Zielgerät mit dem neuen Account angemeldet ist. Ich habe mir deshalb auf dem Zielgerät einen temporären Administrator-Account mit dem Namen “Migrator” angelegt und den Migrationsassistenten aus diesem Kontext gestartet. Als Quelle nutzte ich eine USB-Festplatte, die eine exakte Kopie meines alten iMacs enthält. Die Migration der rund 300 GB dauerte knapp drei Stunden. Der Migrationsassistent erkennt, wenn auf dem Zielgerät bereits neuere Programmversionen installiert sind (bei mir war das bei iPhoto der Fall), und überschreibt diese nicht.

Windows XP unter OS X

Für die seltenen Momente, in denen ich noch Windows XP benötige, hatte ich auf meinem alten iMac VMWare Fusion in der Version 2 installiert. Auf dem neuen iMac konnte ich das Programm nicht mehr starten; die Version 2 läuft nicht mit dem 64bit-Kern. Um mir die USD 40 für den kostenpflichtigen Upgrade auf Version 3 zu sparen, schien mir das mitgelieferte Boot Camp eine geeignete Lösung. Das Einrichten der Partition war kein Problem, und Windows XP (SP2 notwendig!) installierte sich auch problemlos. Nur die notwendigen Boot Camp Treiber konnte ich nicht installieren; sie stehen offensichtlich nur noch für Windows 7 zur Verfügung. Also zurück zu VMWare. Der Upgrade auf 3.1 klappte rasch und problemlos. Meine alten, unter Version 2 erstellten virtuellen Maschinen starteten einwandfrei.

Nachbearbeitungen und Fazit

Einige kleinere Nachbearbeitungen waren trotz Migrationsassistent notwendig. Die Lesezeichen für Safari musste ich von Hand nachinstallieren. Microsoft Office für Mac 2011 wollte den Product Key nochmals wissen. iPhoto muss die Photobibliotheken vor dem ersten Gebrauch auf das neue Format umstellen; das braucht etwas Zeit. Und die MobileMe Synchronisation für Kontakte und Kalender war ausgeschaltet und benötigte deshalb einen kurzen Eingriff. Insgesamt verlief die Migration aber erstaunlich problemlos. Abgesehen von den Handständen mit Windows XP, die wohl nicht jeder Anwender hat, erforderte die Nachbearbeitung vielleicht eine halbe Stunde. So müssen gute Produkte funktionieren.

Wenn weniger mehr ist: TellMeLater

Ich bin auf dem Weg zum Bahnhof, nehme unterwegs noch einen Anruf entgegen und verspreche, das Dokument gleich morgen früh zu schicken. Und beim Einsteigen in den Zug kommt mir in den Sinn, dass ich aber vorher den Autor noch um seine Zustimmung bitten sollte. Der Zug fährt los, und ich frage mich: Es ist wichtig, aber denke ich morgen wirklich daran?

Früher hätte ich mir das auf einen Fetzen Papier notiert und ihn mir in die Brieftasche gelegt; vielleicht öffne ich sie ja zufällig am nächsten Morgen, so dass ich mich daran erinnere. Heute ist dafür natürlich das iPhone zuständig. Ich könnte eine Aufgabe im ToodleDo erfassen und zur Aufgabe eine Erinnerung für den nächsten Morgen setzen. Oder ich könnte mir in der Agenda einen Kurztermin von einer Minute eintragen und mich daran erinnern lassen. Oder ich könnte mir , falls ich die Sache innerhalb von 24 Stunden erledigen will, einen Wecker in der iPhone Uhr-App erstellen. Alle drei Ansätze funktionieren, ich habe sie schon oft genutzt, und stets hatte ich dabei das Gefühl, es sei zuviel des Guten, es sei zu aufwändig. Was ich in solchen Situationen brauche, ist ein simpler Knoten im Taschentuch.

TellMeLater (CHF 1.10 im App Store) ist ein Knoten im virtuellen Taschentuch. Ich starte die Anwendung, gebe einen kurzen Text ein, wähle den morgigen Tag und eine Zeit, und tippe auf das Häkchen – fertig. Und am nächsten Morgen um 08:30 erinnert mich TellMeLater daran. Und dann löst sich der Knoten im Taschentuch einfach auf.

TellMeLater macht genau, was ich in solchen Situationen benötige, und zwar einfach und schnell. Mehr brauche ich in solchen Situationen nicht, aber weniger auch nicht. TellMeLater ist eine dieser Apps, die dieses Wow-Gefühl auslöst: Gut gedacht, gut gemacht, genau was ich brauche!

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