Archiv der Kategorie: Berge

Erster Schnee am Etzel

Der erste Schnee kommt früh dieses Jahr – auf dem Etzel liegen nach einer Nacht 25cm Pulverschnee! Ich steige über den Strickliweg auf und über Feusisberg ab (Route).

 

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Nüenchamm

Es war lange her seit der letzten Bergtour. Der Nüenchamm bietet bei gerade mal 700 Höhenmetern Aufstieg (ab Habergschwänd) eine grossartige Sicht.

Wir stiegen von Westen her, über Oberst Nüen, auf. Auf dieser Seite sind die Wege von den Kühen ausgetreten, dreckig und rutschig. Beim Abstieg nach Norden, über Pfandliboden, war wesentlich schöner.

Auf- und Abstieg je 700 Höhenmeter. 5km, 3-4 Stunden.

Mount St. Helens

Am 18. Mai 1980 explodierte der Mount St. Helens, ein Vulkan im Bundesstaat Washington der USA. In unseren Ferien in Seattle luden unsere Verwandten uns zu einem Helikopterflug über den Vulkan ein. Der Flug vom Hoffstadt Bluffs Visitor Center in den Vulkankegel hinein und zurück dauerte rund 40 Minuten – ein grossartiges Erlebnis!

Direkter geht nicht: Das 1000er Stägli

Das 1000er Stägli ist ein steiler Bergweg, der von Ruppoldingen in direkter Linie auf den Born führt (Karte). Der Weg diente ursprünglich den Wartungsarbeiten an der Druckleitung des Speicherkraftwerks Ruppoldingen. In en 50er Jahren wurde der Betrieb eingestellt, und die Druckleitung wurde abgebaut. Der Weg begann zu zerfallen. 1986 begann Herbert Scheidegger mit dem Wiederaufbau. Zusammen mit vielen Freiwilligen legte er 1150 Stufen an, und 1987 konnte er die Sanierung der Treppe abschliessen. Seither wird das Stägli von einigen Freiwilligen, die meisten im gesetzten Alter, gepflegt.

Das 1000er Stägli überwindet auf einer Luftlinie von ca. 500m rund 240 Höhenmeter und ist damit fast 50% steil. Es eröffnet am diesjährigen Gigathlon die Laufstrecke vom Sonntag und gilt als das eigentliche Pièce de résistance – Grund genug, um es in einem kurzen Trainingslauf kennen zu lernen. Das Stägli ist so steil, dass ich darauf nicht rennen kann. Mit schnellem Gehen schaffe ich es in 15 Minuten. Die besten Läufer sollen das Stägli in 7 Minuten schaffen. Mein Fazit: Auf dem Stägli verliere ich gegenüber den Besten 8 Minuten, im langen Flachteil danach wird es jedoch über eine Stunde sein. Es hat also keinen Sinn, wenn ich mich auf dem Stägli kaputtlaufe.

Ja, und wer der Arbeitsgruppe 1000er-Stägli einen kleinen Beitrag an den Unterhalt leisten möchte: IBAN CH42 0642 8042 3502 0460 6.

Benkner Büchel

Der Benkner Büchel ist ein Hügel in der Linthebene. Mit seinem 605 Metern überragt er die Ebene um knapp 200 Meter. Das ist eigentlich kein Trainingsgelände für Bergläufe, aber wenn die Partnerin gleichzeitig ihr Inline Skating Training macht, ist er ein guter Kompromiss. Und ein erlebnis- und aussichtsreicher dazu!

Ich beginne meinen Lauf in Giessen und folge ein kurzes Stück dem Linthkanal aufwärts. Links und rechts quaken die Frösche im Naturschutzgebiet. Auf einer guten Waldstrasse laufe ich durch einen lichten Buchenwald über Auboden und Nesslen hinauf zum Oberwald. Über Kuhweiden erreiche ich einen kleinen Weiler mit teils schmucken Villen und schliesslich den Wallfahrtsort Maria Bildstein.

Ein gutes Dutzend Bildstöcke und kleiner künstlichen Grotten stehen im Wald rund um die Wallfahrtskapelle herum. Nach der Legende soll im Jahr 1519 der Knecht Johann Jud aus Schänis einen Maria-Bildstock auf den Büchel hinaufgebracht haben, wohl um ihn vor den Zwinglianern zu retten. Zum Pilgerort ausgebaut wurde Maria Bildstein im 18. und vor allem 19. Jahrhundert. Für mich als Agnostiker machen die Grotten und Bildstöcke einen skurrilen und kitschigen Eindruck.

Ich folge dem Prozessionsweg hinunter nach Starrberg und laufe auf der Strasse ins Dorf Benken. Auf der Strasse erreiche ich wieder den Villenweiler. Hier zweige ich ins Leisital ab. Auf einer kleinen Anhebung, dem Kastletwäldchen, befindet sich hier die Meinradskapelle, ein gelungenes Beispiel des Historismus und der Geschichtsklitterung des 19. Jahrhunderts. In der Legende des Meinrad von Einsiedeln heisst es, er habe auf seinem Weg vom Bodensee zum Etzel und nach Einsiedeln einige Jahre im Kloster „Babinchova“ auf dem Benkner Büchel gelehrt. Für die Existenz dieses Klosters (und dafür, dass es auf dem Benkner Büchel lag) gibt es zwar keine Beweise. Einige kleine archäologische Funde im Kastletwäldchen (Wälle und Münzen) genügten aber der Gesellschaft Maria Bildstein, um den Wallfahrtsort zu erweitern: Am 31. Mai 1909 wird die Meinradskapelle eingeweiht. „Stätte des ehemaligen Benediktinerklosters Ba­binchova (Benken) wo der hl. Meinrad 824–828 als Vorsteher der Schule wirkte“ heisst es überzeugend über dem Eingang zur kleinen Kapelle.

Ich folge dem lauschigen Leisital talabwärts und erreiche nach einer letzten steilen Stufe wieder die Linthebene bei Giessen.

Mehr zur Meinradskapelle und zu Maria Bildstein gibt es im lesenswerten Artikel aus Terra Plana 2/2009 von Stefan Paradowski.

Distanz ca. 12km, Höhendifferenz ca. 400m, Laufzeit 1h15 (Wanderzeit 3h). Runkeeper-Protokoll.

Im Osterschnee auf den Etzel

Dass das Osterwetter nördlich der Alpen eher kühl und trüb würde, war klar. Aber was uns der Sonntagmorgen bringt, ist widerlich: Schnee bis ins Flachland, dazu ein kräftiger kalter Wind – das wird nichts mit unserem Biketraining. Stattdessen ziehe ich die Wanderschuhe an und mache mich im dichten Schneetreiben auf den Weg von Pfäffikon SZ zum Etzel. Auf dem Jakobsweg gewinne ich rasch Höhe, und mit jedem Höhenmeter liegt wieder etwas mehr Schnee.

Oberhalb der Schnäggenburg geht es rechts weg zum Strickliweg. Ich sehe aber noch keine Spuren, die Sicht ist schlecht, und der Schnee liegt nun auch im Wald so hoch, dass ich befürchte, den Strickliweg zu verpassen. Also folge ich dem Jakobsweg bis zum St. Meinrad und von dort zum Etzel Kulm. 15 cm Neuschnee liegen hier! Ich mache im Restaurant eine kurze Teepause.

Das Wetter klart auf, der eine oder andere Sonnenstrahl dringt durch die Wolken, der Wind lässt nach – für den Abstieg wähle ich den Strickliweg. Das ist zwar stellenweise eine rutschige Angelegenheit, insbesondere auf den schneebedeckten Wurzeltritten, aber dafür komme ich rasch voran. Und als ich den Jakobsweg wieder erreiche, zeigen sich sogar einige blaue Flecken am Himmel.

Pfäffikon – Etzel auf dem Jakobsweg: 5km, 700 Höhenmeter, 2 Stunden, leichte Wanderung. Etzel – Pfäffikon über den Strickliweg: 5km, 700 Höhenmeter Abstieg, 1.5 Stunden, Bergwanderung.

Gigathlon 2011: Die Bike-Etappen

Samstag, 2. Juli: Crans Montana – Leukerbad

Unser PIMP Team hat den ganzen Tag hindurch gut mitgehalten, und unsere Zeitplanung scheint vorerst aufzugehen. Bei der Rückfahrt von der Plaine Morte nach Crans Montana müssen die Läufer jedoch sehr lange warten, und es wird schliesslich 17:50, bis Beat bei der Talstation der Violettes-Seilbahn eintrifft und mir den Chip übergibt.

Auf einer Teerstrasse fahre ich hinauf in nach Ploumachit. Bei der Bisse de Tsitorret endet die Fahrstrasse, und der Trail beginnt. Einige gut fahrbare Stellen wechseln sich ab mit nassen und sumpfigen Löchern. Auf der Ostseite der Tièche beginnt die Abfahrt, und hier hört der Spass für mich auf (für andere beginnt er hier). Immer häufiger treffe ich auf kurze steinige und steile Stellen, bei denen ich absteige. Auf dem schmalen Trail überholen mich viele Fahrer. Auf einer Höhe von ca. 1700m komme ich auf eine Naturstrasse, auf der ich einige Kilometer weit zügig abfahre. Auf etwa 1600m führt die Route wieder auf einem Single Trail durch den Wald. Viele Wurzeln und viel Sand – ein Glück, dass es nicht regnet! Mal gehe ich, mal fahre ich – und es geht nicht lange, bis mein Bike wegrutscht, ich zu heftig bremse und über den Lenker heftig absteige. Nichts passiert, ein paar Schrammen, das Kinn heftig angeschlagen, aber ich kann weiterfahren.

Der Sturz hat mir gezeigt, wo meine Grenzen sind. Wir haben in der Vorbereitung zwar viel Kondition trainiert, aber kaum Technik, und das rächt sich nun. Der lange Trail durch den Varner Wald überfordert mich, und ich bewältige ihn mehr laufend als fahrend. Kurz vor Varen hole ich Bea ein. Ihr ging es gleich, und sie fragt sich beim Verpflegungsposten, ob sie es überhaupt noch vor Kontrollschluss bis nach Leukerbad schafft.

Von Varen aus folge ich der Teerstrasse bis nach Rumeling. Hier verlässt die Route den Teer und führt auf dem Wanderweg zuerst steil, dann gemütlich nach Inden. Im steilen Teil stosse ich mein Bike und überhole den einen oder anderen Gigathleten. Auf einer Forststrasse mit stetig sanfter Steigung komme ich nach Larschi. Es ist nun schon recht dunkel, und für die Abfahrt nach Leukerbad befestige ich deshalb den NiteRider Scheinwerfer am Lenker. Nach 4:06 Stunden, kur vor 22:00, erreiche ich das Ziel in Leukerbad, wo mich mein Team und Freunde wie einen Sieger begrüssen! Ich bringe das Velo in die Tiefgarage, esse kurz einen halben Teller Teigwaren und gehe ins Bett (jetzt bin ich wirklich froh, dass wir in Leukerbad und nicht unten im Camp in Turtmann übernachten!).

Sonntag, 3. Juli: Leukerbad – Raron

Es ist recht kalt am frühen Morgen in Leukerbad. Ich wärme mich in der Halle des Busbahnhof auf, während ich auf Jürg warte. Er erreicht die Wechselzone in Leukerbad um 07:45. Ich übernehme den Chip, fahre los und werde schon auf den ersten 2 Kilometer von Dutzenden von Fahrern überholt. Auf einer Teerstrasse geht es hinauf zur Torrentalp. Ich merke, dass meine Oberschenkel vom gestrigen Abstieg kraftlos und müde sind. Und manchmal verkrampft sich ein tiefliegender Muskel, kurz oberhalb des Knies, für ein paar Sekunden. Immer wieder laufe ich ein paar Meter, um etwas Abwechslung in die Belastung zu bringen.

Auf der Torrentalp beginnt der Single Trail. Stellenweise ist er sehr schmal und tief in den Alpboden eingefressen. Ich merke rasch, dass ich an diesen Stellen nicht treten darf (nicht treten kann); stattdessen stehe ich auf der linken bergseitigen Pedale, fahre ganz rechts im Trail, und hebe die rechte talseitige Pedale über den Trailgraben hinaus. In munterem Auf und Ab, aber viel langsamer als erwartet, erreiche ich schliesslich die Bachalp und den ersten Verpflegungsposten.

Der Trail wird nicht einfacher, im Gegenteil. Immer häufiger steige ich vom Bike ab und schiebe es über die nächste schwierige Stelle hinweg. Bei der Fäsialp wird der Weg breiter und nochmals steiler. Hier stossen nun alle ihr Bike, und hier mache ich viele Plätze gut. Viele der Biker, die ich hier laufend überhole, erreichen das Ziel schliesslich nicht mehr vor Kontrollschluss.

Auf dem Heruhubel hätte ich den Beginn der Abfahrt erwartet, aber das täuscht: Zuerst geht es noch leicht hügelig 2km nach Norden. Selbst kleinste Steigungen machen mir nun bös zu schaffen und zwingen mich zum Laufen. Und wenn es weitergeht, schaffe ich es kaum noch, mein Bein über den Sattel zu schwingen. Dann erreiche ich endlich das steinige Alpsträsschen, das über die Faldumalp nach Ferden führt. Es geht zwar bergab, aber mehr als 15-18 km/h erreiche ich hier nicht. Dafür ist die Sicht ins Lötschental und auf den Petersgrat grossartig.

Kurz vor Ferden beginnt die Teerstrasse, und von nun an geht es zügig. Bis nach Goppenstein brauche ich kaum zu bremsen, so heftig bläst der Wind aus dem Rhonetal hinauf. Ab Goppenstein folgt die Route zuerst der Hauptstrasse. Einige der Tunnels und Galerien umfahre ich talseitig. Bei Luogle verschwinden die Autos in den Hohtenn-Tunnel, während die Bikeroute der Lonza entlang auf der alten Strasse nach Gampel führt. Von dort aus folge ich der Rhone auf einer hübschen Fahrstrasse bis zum Baggersee östlich von Raron. Ich bin fix und fertig, als ich nach 5:44 Stunden endlich ankomme. Ich habe mir mehr als eine Stunde Verspätung auf unseren Fahrplan eingehandelt und bin noch knapp vor Kontrollschluss durchgerutscht.

Fazit

Unser PIMP Team hat den Gigathlon schlussendlich auf dem Rang 792 als viertletztes Team beendet (wir hatten bei der Anmeldung Rang 788 angegeben). Wir sind froh und stolz, dass wir überhaupt durchgekommen sind. Wir müssen aber auch anerkennen, dass wir trotz viel viel Training nur gerade knapp durchkommen. Das Leistungsniveau ist sehr hoch, konditionell und technisch. Während mehr als einem halben Jahr hat der Gigathlon unseren Alltag stark beeinflusst, und manches schöne Wochenende wurde zum Trainingswochenende. Hat es sich gelohnt? Für den Zieleinlauf am Sonntagabend auf jeden Fall; ein Hühnerhautmoment.

Ob wir nächstes Jahr wieder mitmachen? Vielleicht, wer weiss. Vielleicht in anderer Zusammensetzung, oder in anderen Disziplinen.

Laax – Grauberg – Flims – Laax

Zur Vorbereitung auf den Gigathlon gehört auch das Höhentraining – im doppelten Sinn: Das Training in der Höhe, und das Training der Höhenmeter. Wir beginnen die Tour an der Talstation der Crap Sogn Gion-Seilbahn in Laax (1061m). In einer konstanten Steigung fahren wir auf einer geteerten Alpstrasse hinauf in Richtung Nagens. Wir treffen auf eine Inline-Skaterin, die hier für den Gigathlon trainiert, wir hören den Kuckuck hinter jedem zweiten Baum, und da und dort sehen wir auch einige Murmeltiere. Auf der Alp Nagens setzt leichter Regen ein, aber wir bleiben zuversichtlich und fahren weiter. Auf der Höhe der Bergstation Nagens endet der Teerbelag, und wir fahren trailmässig weiter in Richtung Grauberg – wir treffen sogar einige letzte kleine Schneefelder.

Die Abfahrt vom Grauberg (2233m) zur Segneshütte mag ich schon mit den Skis nicht besonders. Mit dem Mountainbike finde ich sie noch schlimmer: Steil, steinig und ruppig, genau richtig, um sich ein blutiges Schienbein zu holen. Auch nach der Segneshütte bleibt es steil, aber wenigstens auch für einen Amateur wie mich einigermassen fahrbar. Wir erreichen die Ustria Startgels kurz vor dem grossen Regen. Wir sitzen unter dem Vordach und gönnen uns eine Portion Polenta, bis der Regen aufhört. Bei schönstem Wetter und stahlblauem Himmel fahren wir weiter nach Flims und auf der Hauptstrasse zurück nach Laax.

Länge: 25km. Höhendifferenz: 1200m. Zeitbedarf: 3-4 Stunden. GPX Track.